50 Minuten - John Baker vs. Ramey Smyth

15. März 2011 | Von webmaster | Kategorie: Allgemein, Iditarod 2011

Vier Minuten nach Mitternacht ist der seit Eagle Island Fuehrende John Baker mit 11 Hunden, von White Mountain, auf die letzten 77 Meilen nach Nome ins Ziel aufgebrochen. Ramey Smyth folgte ihm genau 50 Minuten spaeter mit neun vierbeinigen Athleten vor dem Schlitten. Beide Musher hatten zuvor in genau gleicher Zeit (7 Stunden und 12 Minuten) und mit der selben Durchschnittsgeschwindigkeit die Strecke von Elim nach White Mountain bewaeltigt.


Die Konkurrenten besonders John Baker wurden im Kawerak Ort von Einwohnern, Fans und Offiziellen begruesst. Baker musste sogar Autogramme geben und einige hatten Poster in Inupiaq geschrieben. Viele der Natives seien froh, dass einer der ihrigen an der Spitze des Iditarod liegt. Das Team von Baker sah beim Einlauf nach White Mountain etwas frischer aus, als das von Ramey Smyth. Beide Musher hingegen waren sehr muede. Baker haette nur eine Stunde die letzten 1 1/2 Tage geschlafen - Ramey Smyth ueberhaupt nicht. Doch acht Stunden Zwangspause sollten genuegt haben, um die Batterien der Hunnde und der beiden Hundeschlittenfuehrer wieder aufzuladen.

In jedem anderen Rennen muesste der 50minuetige Vorsprung von John Baker reichen, doch es kommt auf den Verfolger an und der heisst nun Ramey Smyth.

Smyth, der mit einem trditionelle Schlitten unterwegs ist, hat sieben Mal den Preis fuer die schnellste Zeit von Safety nach Nome gewonnen: 2009, 2004, 2003, 2002, 2001, 1997 und 1995. Vor sieben Jahren wurde John Baker, der mit einem modernen Hundeschlitten fahert, mit einem 66minuetigen Vorsprung noch von Ramey Smyth auf der Strecke von White Mountain nach Nome ueberholt und Smyth kam sogar 23 Minuten vor Baker ins Ziel. Letztes Jahr konnte Baker seinen fuenften Rang gegen Smyth verteidigen, obwohl dieser ihm auch wieder einige Minuten Vorsprung abnehmen konnte.

Vergleicht man beide Musher entdeckt man viele Aehnlichkeiten. Die beste Plazierung beim Iditarod war fuer beide bisher der dritte Platz, Baker faehrt sein 16tes - Smyth sein 17tes Iditarod-Rennen. 1995 im Alter von 19 gewann Ramey Smyth das Mittelstreckenrennen Kuskokwim300, 2010 konnte John Baker das Rennen fuer sich entscheiden. Beide Hundeschlittenfuehrer sind in Alaska geboren.

Diese beiden aussergewoehnlichen Musher treten nun wieder gegeneinander an und dieses Mal geht es nicht um einen fuenften oder sechsten Rang - sondern um den Titel und wahrscheinlich die schnellste jemals gefahrene Zeit, des haertesten Hundeschlitterennen der Welt.

3 1/2 Stunden nach Baker ist der viermalige Yukon Quest Champion Hans Gatt mit 10 Hunden im Checkpoint White Mountain eingefahren. Der Musher aus Oesterreich benoetigte 15 Minuten laenger fuer die Strecke vom Elim aus, als Baker und Smyth. Der Gewinner des diesjaherigen Yukon Quest Dallas Seavey ist dann fast vier Stunden nach Gatt eingefahren. Hugh Neff und Seabastian Schnuelle sind nur durch Minuten getrennt nochmals fast 60 Minuten nach Seavey in White Mountain angekommen. Beide Musher fahren seit langer Zeit zusammen und kommen fast immer zeitgleich in den Chekpoints an. Ob diese Zweisamkeit noch bis ins Ziel reicht, bleibt abzuwarten, da jeder bessere Rang auch mehr Preisgeld bedeutet.

Das Wetter in Nome
In Nome gibt es am Morgen strahlenden Sonnenschein und die Temperatur liegt bei -18°C. Darüber hinaus ist es vom Nachmittag bis abends teils wolkig und teils heiter bei Temperaturen von -17 bis 12°C. In der Nacht ist es überwiegend dicht bewölkt und die Temperatur fällt auf -18°C. Der Wind weht schwach aus nordöstlicher Richtung mit Geschwindigkeiten bis zu 16 km/h.

Die Strecke nach Nome von Safety:
Dies ist die Zielgerade, aber manchmal kann es hart werden. Der Trail folgt der Nome-to-Council Road von Safety um Cape Nome zu passieren, dann führt der Trail hinunter zum Strand und verläuft parallel zur Strasse (welche er einige Male kreuzt). Schlussendlich klettert der Trail die am östlichen Ende der Front Street die Uferböschung hinauf. Eine alternative Route führt um das nördliche Ende von Cape Nome, kommt aber an der gleichen Stelle die Uferböschung hinauf. Beide Varianten sind 16 Kimometer von Safety bis zum Verlassen des Strandes und weiter 18 Kilometer bis zum Ende der Front Street.
Diese Teilstück ist komplett den Naturgewalten ausgeliefert - hier hat es keine Bäume, ausser man zählt “Nome National Forest” eine Ansammlung von alten Christbäumen auf dem Eis hinter der Front Street. Die Strasse ist normalerweise nach Cape Nome nicht mehr gepflügt, aber der Schnee kann bis auf den Gravel weggeblasen sein. Der Wind kann stark blasen (speziell um Cape Nome) und Blizzards sind nicht unbekannt selbst wenn die Musher die Uferböschung bei der Front Street erklimmen. die Musher können auf diesem Stück ebenso einfach vom Wind überrascht werden, wie auf dem Stück von White Mountain. Die Musher werden, unter normalen Bedingungen, zwei bis drei Stunden benötigen.

Checkpoint Sign

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